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STOPP 2: KAISA STOPP 1: KALASATAMA ,,D esign durchdringt diese Stadt, und nicht nur in diesem Jahr", bekräftigt Pekka Timonen, Geschäftsführer von WDC Helsinki 2012. Er lädt die Focus-Leser zu einer Rundfahrt ein, um zu zeigen, warum die finnische Hauptstadt als eine der lebenswertesten Städte der Welt gilt. Worin liegt das Geheimnis? Reibungslos funktionierende Systeme? Das OECD-weit führende Bildungssystem? Das kosteneffiziente Gesundheitswesen? Saubere Luft und sauberes Wasser? Die starke Innovationsszene? ,,Alles das und noch mehr. Unser Geheimnis ist der gesamtheitliche Design-Ansatz in unserem städtischen Gefüge. Er wirkt durchgängig im Schneeräumsystem ebenso wie in anwenderfreundlichen Fahrkartenautomaten. Es geht nicht darum, die Dinge nur im Äußeren gut zu gestalten; Design ist ein integraler Bestandteil der Serviceund Infrastruktur", erläutert Timonen. Vom hoch gelegenen Bahnsteig der U-Bahnstation Kalasatama überschauen wir einen pulsierenden neuen Brennpunkt alternativer Basiskultur. ,,Hier fühle ich mich inspiriert, hier sind die Dinge in Bewegung. Man spürt die Dynamik unserer Metropole im Wandel", begeistert sich Timonen. Seit dem Abbau der Hafenanlagen erlebt der alte Fischereihafen eine Metamorphose. An der östlichen Küstenlinie entsteht eine lebenssprühende, dorfartige Kommune mit einem starken Kunstgewerbe, reibungsloser Infrastruktur und kohlenstoffneutraler Energieversorgung. Die Infrastruktur der Hauptstadtregion Helsinki ändert sich schneller als in irgendeiner anderen europäischen Hauptstadt. Der ehemalige Güterhafen Jätkäsaari wird in ein Wohngebiet mit niedrigem CO2-Ausstoß für 16.000 Menschen umgewandelt. Die neue westliche U-Bahnlinie bringt Pendler zum Hightech-Cluster Keilalahti in Espoo. In Suurpelto entsteht auf vormaligem Ackerland eine 325 ha große visionäre Gartenstadt des digitalen Zeitalters. ,,Das sind für eine Stadt dieser Größe gewaltige Umwälzungen, doch werden sie in menschenund bedarfsgerechtem Umfang durchgeführt", sagt Timonen. SCHRITT 1: WACHSEN UND ERNEUERN DIE INFRASTRUKTUR DER HAUPTSTADTREGION HELSINKI ÄNDERT SICH SCHNELLER ALS IN IRGENDEINER ANDEREN EUROPÄISCHEN HAUPTSTADT. Slums gibt es nicht. Bei der Errichtung eines neuen Wohngebiets werden alle Dienstleistungen wie öffentlicher Nahverkehr, Schulen, Kliniken und Einkaufszentren unter Einbeziehung von Firmen, Einwohnern und Behörden geplant. ,,Das ist ein großes Thema. Für einen ganzheitlichen Ansatz braucht man den Beitrag von Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund." Und dieser holistischen Sicht kommt zugute, dass die Stadtverordneten von Helsinki diesen Ansatz weitsichtig mittragen. ,,Wir haben eine sehr bürgernahe Stadtverwaltung. Design und Planung sind politisch akzeptierte Antriebskräfte unserer sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit", erklärt Timonen. SCHRITT 2: PARTNERSCHAFT FUNKTIONIEREN ALS TRADITION 1800 aus natürlichen Materialien gefertigte alltagswerkzeuge legten die Grundlage für die funktionalistische Designsprache Finnlands. 1875 Die Finnische Gesellschaft für Handwerk und Gestaltung, das heutige Design Forum Finland, wird gegründet. Die ausbildung finnischer Designer beginnt. 1931 Der architekt alvar aalto findet für seine innovativen Möbel und Glaswaren weltweite anerkennung. 1935 aalto & co. gründen das Möbelunternehmen artek, das sich einer Synthese von künsten und moderner lebensumwelt verschreibt. 1937 Die heute klassische vase Savoy von alvar aalto wird auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt. 9
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